St. Maria zu Matzelsdorf (offizieller Name)
Der Ort Matzelsdorf und eine Kapelle werden bereits im Jahre 1177 das erste Mal urkundlich genannt und gehörten zur großzügigen Schenkung
der bayerischen Pfalzgrafen Aribo und Poto an das Benediktinerkloster von Millstatt. Der Ort Matzelsdorf wird bereits im 14. und 15. Jht. in verschiedenen mittelalterlichen Urkunden erwähnt. Unter Johann Geumann, dem 2. Hochmeister des St.-Georgs-Ritterordens (1508-33), erfolgte eine Erweiterung der Kirche, u. zw. im Chorraum. Erhalten sind unter den 49 Schlusssteinen auch die Wappen von Millstatt und das persönliche Wappen des Bauherrn. Der kunsthistorisch wertvollste Teil der Kirchenausstattung ist eine geschnitzte Marienkrönung im Altaraufsatz des Hochaltars. Sie wird der älteren Villacher Schule nach 1508 zugeschrieben. Dann verlieren sich die Bezüge zu Millstatt. In einem Visitationsbericht vom 23. Juli 1615 wird vom Matzelsdorfer Gotteshaus gesagt, dass es eine auffallende und reichliche Bauart habe und ein herrliches Werk darstellen würde, wäre es ganz vollendet, es sei auch noch nicht eingeweiht. 1629 scheint "Maria Schnee" bereits als Filialkirche von Döbriach auf, in der elfmal im Jahr Gottesdienst gefeiert wird. Döbriach und die Filialkirche Matzelsdorf unterstanden bis 1786 der Mutterpfarre Molzbichl.
Eine Urkunde von 1782 erwähnt, dass "Maria Schnee" wegen des Vertrauens zur Muttergottes viel Zulauf aus dem Volk habe. Als nach dem 30-jährigen Krieg die Pest wütete, gelobte man in mehreren Orten, Prozessionen nach Matzelsdorf zu machen und diese auch dann einzuhalten, wenn die Pest weniger Opfer fordern sollte als anderswo. Die Bittprozessionen sind bis heute geblieben. In Bad Kleinkirchheim und St. Oswald legte man sogar das Gelübde ab, jedes Jahr nach Matzelsdorf zu pilgern. In letzter Zeit haben sich die Fatima-Wallfahrten des Dekanates eingebürgert. Sie finden zwischen Mai und Oktober an jedem 13. Monatstag statt und erfreuen sich großer Beliebtheit.

Der offizielle Name der Wallfahrtskirche lautet "St. Maria zu Matzelsdorf", eingebürgert haben sich jedoch nach einer überlieferten Gründungssage die Bezeichnungen "Maria Himmelfahrt" oder - noch gebräuchlicher - "Maria Schnee". Seit 1.1.1999 ist "Maria Schnee" eine Filialkirche der Pfarre Obermillstatt. Das Presbyterium und der mächtige spitze Turm stammen aus der Zeit nach 1500. Das Langschiff wurde zu Beginn des 18. Jhts. angebaut. Von der allerersten Kapelle ist nichts mehr erhalten geblieben. Bei der Innenrestaurierung 2004/05 stieß man aber auf die alten Grundmauern. Die Freskenbilder an der Wänden und an der Decke zeigen Szenen aus dem Leben Maria und stammen von Balthasar Klenkh, entstanden zwischen 1715 und 1718. Bei den Restaurierungsarbeiten wurden 6 der ursprünglich 12 lebensgroßen Apostelfiguren freigelegt. Der Hochaltar stammt aus dem 2. Jahrzehnt des 18. Jhts., der rechte Seitenaltar trägt die Jahreszahl 1659, die Kanzel ist zwischen 1720/30 entstanden. Die älteste Turmglocke dient als Wetterglocke und trägt die Jahreszahl 1687.